in Theaterstück für einen Mann
und ein Smartphone
Jürgen Henne SEITE EINS von Johannes Kram
„Mein Job ist Menschen“ „Boulevardjournalismus ist Kunst“ „Der Staat ist zu einem
Selbstbedienungsladen geworden“

Restkarten für die Premiere in Wesseling nur noch
bei
Süsse Ecke am Rathaus

Tage
Stunden
Minuten
Kleines Theater im Rheinforum, Wesseling
28.03.2025
19:00
15 €
28
MAR
Musikschule Anneliese-Geske-Haus, Erftstadt
12.04.2025
18:00
15 €
12
APR
Calbe macht Kultur, Calbe
18.04.2026
20:00
10 €
18
APR
IG Kultur, Sindelfingen
07.11.2026
20:00
07
NOV
Neerstedter Bühne, Neerstedt
14.11.2026
20:00
19 €
14
NOV

Der Schauspieler

Jürgen Henne

Der Rheinländer Jürgen Henne, geboren 1960, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Comedia Colonia in Köln und ist seitdem in zahlreichen Ensembles auf der Bühne zu erleben. Vor über zehn Jahren ging er erstmals auf Tournee – mit der sehr erfolgreichen Zwei-Personen-Tragikomödie „Der Krawattenklub“. 

2022 betrat Henne erstmals die Bühne allein: In „Allein in der Sauna“ entfaltete er in 110 Minuten sein komödiantisches Talent – temporeich, vielseitig und mit feinem Gespür für Pointen und Timing.

Im neuen Solo-Stück „Seite Eins“ vollzieht Henne einen radikalen Rollenwechsel: intensiv, vielschichtig und eindringlich, immer nah an der Figur, die er mit voller Präsenz zum Leben erweckt. Hier wird deutlich, wie facettenreich Schauspielerei sein kann – und wie sehr Bühne und Publikum zusammen ein Stück Wirklichkeit entstehen lassen.

Schauspieler sein heißt, in viele Seelen zu blicken und jede einzelne auf der Bühne lebendig werden zu lassen.

Schauspielarbeit

Ich werde diesen Abend nie vergessen, an dem ich zum ersten Mal Schauspielunterricht bekam. Die Möglichkeit an und mit meiner Stimme, meinem Körper und mit meiner Seele zu arbeiten, mich zu trauen meine Gefühle zu zeigen und zu durchleben. All dies mit gleichgesinnten Anfängern in einem geschützten Raum.

Was für ein großes Glück!

Eine für mich prägende Zeit, die mich mit Anfang vierzig noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise hat wachsen lassen.

„Mut zur Blamage!“

Dieses Motto stammt von meinem Schauspieltrainer Rainer Conrad, dem ich noch heute für seine körperorientierte Arbeit in diesen zwei tollen Jahren an der Comedia Colonia dankbar bin.

Sein Motto habe ich zu Meinem gemacht, wenn ich in den letzten zwanzig Jahren auf die Bühne kam und mein Herz bis zum Anschlag klopfte. Hier fühle ich mich sicher, auch wenn die Blamage nie ausgeschlossen werden kann, insbesondere wenn ich alleine auf der Bühne stehe.

Nur wenn ich bereit bin loszulassen, mich ganz mir und meiner Rolle hinzugeben, dann kann es gelingen die ZuschauerInnen zu berühren. Der Schauspieler Jürgen Vogel hat einmal gesagt: „Schauspielerei heißt für mich, ich selbst zu sein, nur mit einer anderen Geschichte.“

Mit „Allein in der Sauna“ stand ich in 2022 zum ersten Mal allein auf der Bühne und konnte mein komödiantisches Talent unter Beweis stellen.

Warum hat mich „Seite Eins“ so gereizt?

Zunächst ist da die inhaltliche Seite. Die kritische Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Boulevardjournalismus finde ich äußerst spannend. Das Stück lädt das Publikum dazu ein, die eigene Rolle im Medienkreislauf zu reflektieren: Wie konsumieren wir Nachrichten? Welche Faszination üben Skandale und Voyeurismus auf uns aus? Und mit welchen Gedanken verlässt man am Ende den Saal?

Gleichzeitig hat mich der Charakter des Boulevardjournalisten Marco gereizt – so weit entfernt von meiner eigenen Persönlichkeit. Schon von Beginn an bereitete mir die Rolle großen Spaß, und während der Proben wuchs die Begeisterung noch weiter, je mehr es mir gelang, mich mit der Figur zu identifizieren.

Es heißt also wieder: Mut zur Blamage!

Ich freue mich sehr auf die Premiere.

seit über 30 Jahren, in Hamburg und im Rheinland zu Hause und immer gerne auf und vor der Bühne.

Fast regelmäßig habe ich in dieser Zeit ein bis zwei Theaterproduktionen pro Jahr gespielt oder inszeniert.

Mittlerweile bin ich auch mit meiner eigenen Eventagentur „Erlebnisfaktur“ mit Krimievents und Improvisationstheater selbstständig tätig.

Warum habe ich mich für die Regie von „Seite Eins“ entschieden?

Das Zusammenspiel von Beobachtung und Agieren besitzt für mich – gerade bei so intensiven Solo-Stücken wie „Seite Eins“ – einen ganz besonderen Reiz.

Der Schauspieler trägt die alleinige Verantwortung für das Geschehen auf der Bühne, und dies mit all seinen liebens- wie verabscheuungswürdigen Facetten, die die Rolle des Boulevardjournalisten Marco beinhaltet. Das Publikum wird dabei zum impliziten Spielpartner.

Im Spiel des „Solisten“ liegt der Fokus nochmals verstärkt auf Text, Sprache, Haltung und der Präsenz der Figur. Hinzu bietet die Rolle des Marco eine große emotionale Spannbreite, die die Proben mit Jürgen besonders intensiv gemacht hat.

Das Bühnenbild ist bewusst reduziert gewählt: ein Stuhl, ein Tisch – mehr braucht es nicht. So wird der Blick kompromisslos auf den Darsteller gelenkt.

„Seite Eins“ ist nach wie vor hochaktuell und erlaubt bei aller Ernsthaftigkeit auch Momente des Schmunzelns.

Ich freue mich auf das Ergebnis und bin gespannt auf die Reaktionen des Publikums.

Der Regisseur

Volker Schumann

Der Autor

Johannes Kram

Johannes Kram ist Autor, Theaterautor und Medienkritiker. In seinen Arbeiten setzt er sich mit der Wirkung von Sprache, medialen Mechanismen und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Sein Schreiben verbindet analytische Klarheit mit einem ausgeprägten Gespür für Gegenwart und öffentliche Debatten.

Der Monolog „Seite Eins“ richtet den Fokus auf journalistische Arbeitsweisen, den Umgang mit Aufmerksamkeit und die Frage, wie Öffentlichkeit entsteht. Im Mittelpunkt steht weniger der einzelne Skandal als vielmehr der Prozess, durch den Realität medial geformt und bewertet wird.

Charakteristisch für Krams dramatisches Schreiben ist die Konzentration auf Sprache und Situation. Mit bewusst reduzierten Mitteln entsteht in „Seite Eins“ ein intensiver theatraler Raum, in dem innere Konflikte, moralische Entscheidungen und berufliche Verantwortung unmittelbar erfahrbar werden. Der Text fordert das Publikum dazu auf, die eigene Rolle als Teil medialer Öffentlichkeit kritisch zu reflektieren.

Auch außerhalb des Theaters beschäftigt sich Johannes Kram kontinuierlich mit Medien, Diskriminierung und gesellschaftlicher Vielfalt. Diese Perspektiven prägen sein künstlerisches Arbeiten und verleihen seinen Stücken eine klare Haltung, ohne einfache Antworten zu liefern. Stattdessen eröffnen sie Räume für Diskussion und Widerspruch.

Partner

Dirk Burghaus

Erlebnisfaktur